Die Telco-Gap 2026: Warum einige Telekomanbieter die KI-Ära für sich nutzen werden, während andere dabei zusehen, wie ihre Kunden abwandern.
Bis 2026 spaltet sich die Telco-Branche in zwei Lager: diejenigen, die durch KI angetrieben werden, und diejenigen, die ihre Kunden an sie verlieren. 90 % nutzen bereits KI, doch 47 % geraten ins Hintertreffen. Die Customer Journey hat sich in KI-gesteuerte Dialoge verwandelt, und die Bedarfsdeckung findet bereits statt, bevor Kunden überhaupt aktiv suchen. Hier zeigt sich die drastische Kluft, die gerade entsteht.
Rich Logan , Digital Strategist, 6 November 2025

Bis 2026 wird sich die Telekommunikationsbranche in zwei Kategorien teilen: diejenigen, die auf KI setzen, und diejenigen, die ihre Kunden an sie verlieren.
Das ist keine Übertreibung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Während mittlerweile 90 % der Telekommunikationsunternehmen KI einsetzen und der Sektor jährlich um 41 % wächst, entsteht eine gefährliche Lücke. Aktuellen Branchenuntersuchungen zufolge erwarten 76 % der Verbraucher personalisierte Erlebnisse, doch nur 37 % der Telcos sind in der Lage, aus ihren Daten verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen.
Das Ergebnis? Eine wachsende Kluft zwischen jenen, die KI-Potenziale in Wettbewerbsvorteile verwandeln können, und jenen, die den Anschluss verlieren.
Die Zahlen, auf die es ankommt:
90 % der Telcos nutzen mittlerweile KI-Funktionen.
42,66 Mrd. £ prognostizierter Markt für KI in der Telekommunikation bis 2033 (Markets and Markets, 2024).
41 % durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR).
47 % der Betreiber verlieren beim KI-Vorstoß den Anschluss.
Trotz der weit verbreiteten Einführung von KI gelingt es fast der Hälfte der Betreiber nicht, diese Technologie in einen maßgeblichen geschäftlichen Vorteil zu übersetzen.
Die „messy middle“ hat sich in die KI verlagert
Der chaotische Raum zwischen dem ersten Bewusstsein und dem Kauf findet nun innerhalb von KI-Systemen statt.
Was hat sich grundlegend geändert? Die Customer Journey ist in sich zusammengebrochen. Recherche und Produktauswahl finden nicht mehr in getrennten Phasen statt; stattdessen entfalten sie sich jetzt innerhalb eines einzigen, KI-gestützten Dialogs. Noch bevor ein Kunde überhaupt eine Suche startet, erzählt die KI bereits Ihre Geschichte – oder die eines anderen.
Awareness wird nicht mehr durch Kampagnen aufgebaut; sie entsteht durch hunderte von KI-vermittelten Mikro-Momenten, die unsichtbar, in Echtzeit und über verschiedene Plattformen hinweg ablaufen.
Eine neue Studie von Profound hat zwischen August 2024 und Juni 2025 insgesamt 30 Millionen Zitationen in ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity analysiert. Die Ergebnisse offenbaren ein fragmentiertes Ökosystem:
ChatGPT vertraut Wikipedia. Perplexity vertraut Reddit. Google AI vertraut jedem.
Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Jede KI-Plattform nutzt grundlegend unterschiedliche Quellen für ihre Empfehlungen. Eine einzige, zentralisierte Content-Strategie wird nicht mehr funktionieren. Um in diesen neuen „Discovery Channels“ (Entdeckungskanälen) stattzufinden, müssen Marken ihre Content-Präsenz diversifizieren und in jedem dieser Ökosysteme authentisch auftreten.
Wie sich „Discovery“ grundlegend verändert
Während Konsumenten mit KI-Agenten interagieren, wandelt sich die Art und Weise, wie Inhalte gefunden werden:
Suchanfragen werden länger und komplexer: Kunden teilen mehr Kontext und eine klarere Absicht mit.
Antworten sind wertender: KIs fassen konkurrierende Botschaften zu einer einzigen „besten“ Antwort zusammen.
Suchen werden umfassender: KIs fächern ihre Analyse über mehrere Datenquellen auf, um nuancierte Antworten zu erstellen.
Das bedeutet: Die Art, wie Kunden Fragen stellen und wie KIs diese beantworten, schreibt die Logik der digitalen Sichtbarkeit völlig neu.
Vier kritische Herausforderungen der Zukunft
Im Rahmen dieser Serie untersuchen wir die vier miteinander verknüpften Herausforderungen, vor denen Telekommunikationsanbieter stehen, während KI zum neuen „Eingangstor“ für die Kundengewinnung wird. Dies sind nicht bloß technische Probleme; es handelt sich um Herausforderungen in den Bereichen Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Content, die sich nun in der Öffentlichkeit abspielen:
Das Sentiment-Problem
Sie werden durch Daten definiert, die Sie nicht kontrollieren.Das Verbindungs-Problem
Ihre Website ist für die KI möglicherweise unsichtbar.Das Sichtbarkeits-Problem
Wenn Sie nicht in der Antwort der KI vorkommen, existieren Sie nicht.Das Genauigkeits-Problem
Veraltete Informationen untergraben das Vertrauen.
Die meisten Betreiber sind noch nicht bereit, diese Herausforderungen anzugehen. Diejenigen, die es tun, werden die Standards setzen, denen alle anderen folgen müssen.
Das Zeitfenster für Wettbewerbsvorteile durch KI schließt sich rasant.
Sobald das KI-Ökosystem sich erst einmal eine Meinung über Sie gebildet hat, wird es zu spät sein, diese noch zu ändern.
Das Zeitfenster schließt sich. Finden Sie heraus, ob Sie auf der richtigen Seite der KI-Kluft in der Telekommunikation stehen.

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